Wenn der Frühling ruft: Warum du jetzt den ersten Honigraum aufsetzen solltest

Stell dir vor: Du stehst an einem sonnigen Aprilmorgen vor deinen Beuten. Die Völker brummen vor Leben, im Garten blüht der Kirschbaum in voller Pracht, und die Bienen tanzen in der Luft. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen – Zeit für das Aufsetzen des ersten Honigraums.

Wenn du mit dem angepassten Brutraum arbeitest, weißt du: Platz ist im Brutraum bewusst begrenzt. Damit dein Volk nicht ins Schwärmen gerät oder den Brutraum mit Honig zustopft, braucht es frühzeitig einen gut vorbereiteten Honigraum. Der richtige Zeitpunkt ist oft rund um die Kirschblüte – denn mit ihr beginnt die Frühtracht.

Warum zur Kirschblüte der Honigraum draufmuss

Die Kirschblüte ist nicht nur ein optischer Genuss, sondern auch ein biologischer Weckruf. Jetzt fließt Nektar in großen Mengen – und die Bienen sind bereit, ihn einzutragen. Wenn du den Honigraum nicht rechtzeitig aufsetzt, kann es passieren, dass sie den Brutraum mit Honig füllen. Das nennt man „Verhonigen“ – und das willst du unbedingt vermeiden.

Ein verhonigter Brutraum blockiert die Eiablage der Königin, das Volk wird unruhig, und die Schwarmstimmung steigt. Beim angepassten Brutraum, der nur so viel Platz wie nötig für die Brut bietet, ist dieses Risiko besonders hoch.

Früh aufgesetzte Honigräume geben den Bienen Platz zum Arbeiten – und dir später volle Honigwaben.

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Womit befüllen? Mittelwände oder ausgebaute Waben?

Jetzt stellt sich die Frage: Was soll in den Honigraum rein? Die Antwort hängt davon ab, wie stark dein Volk ist und wie das Wetter aussieht.

  • Ausgebaute Waben: Ideal, wenn du zügig Ertrag willst. Die Bienen müssen nicht mehr bauen, sondern können sofort eintragen.
  • Mittelwände: Perfekt, wenn du Wabenbau fördern möchtest – z. B. für späteren Schleuderhonig oder saubere Waben für Sortenhonig.
  • Kombination: Oft bewährt sich eine Mischung – z. B. zwei Mittelwände außen, drei ausgebaute Waben in der Mitte.

Wichtig ist: Nicht zu viel auf einmal. Ein überdimensionierter Honigraum kann kontraproduktiv sein, weil die Bienen ihn nicht besetzen.

Über oder unter den Brutraum aufsetzen?

Die klassische Methode ist das Aufsetzen des Honigraums über den Brutraum. Dabei bleiben Brutnest und Königin in der unteren Zarge, und der Honigraum kommt oben drauf – getrennt durch ein Absperrgitter, damit keine Brut nach oben verlagert wird.

Manche Imker setzen den Honigraum auch unter den Brutraum – sogenanntes „Untersetzen“. Diese Methode ist arbeitsintensiver, hat aber ihre Vorteile bei bestimmten Betriebsweisen. Für die meisten Imker:innen im angepassten Brutraum, bleibt das „Aufsetzen“ die beste Wahl.

Besonderheiten im angepassten Brutraum

Im angepassten Brutraum arbeiten wir mit einem bewusst kleinen Brutnest – meist eine Zarge mit fünf bis sieben Waben (Dadant US). Dadurch behältst du die Entwicklung deines Volks im Blick, unterstützt die Königin bei der konzentrierten Eiablage und hast bessere Kontrolle in der Schwarmzeit.

Aber: Die Bienen brauchen Raum zum Eintragen. Der Honigraum ist bei dieser Betriebsweise kein Luxus – sondern Pflicht.

Tipp: Kontrolliere regelmäßig, ob die Waben im Brutraum mit Nektar „verstopft“ werden. Das ist dein Zeichen: Jetzt muss dringend ein Honigraum her!

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Woran erkennst du den richtigen Moment?

Neben der Kirschblüte helfen dir folgende Beobachtungen:

  • Tageshöchsttemperaturen stabil über 12–14 °C
  • Deutliches Brummen und reger Flugbetrieb
  • Polleneintrag in verschiedenen Farben
  • Starke Besetzung der Brutwaben

Ein weiteres Anzeichen: Du siehst die Bienen in der Beute „überlaufen“ – d. h. sie besetzen bereits das Rähmchenholz, hängen wild im Deckelbereich oder klettern an den Wänden entlang. Spätestens dann: Honigraum drauf!

Tipps aus der Praxis

  • Nicht bei Kälte aufsetzen! Warme Temperaturen sind wichtig, damit die Bienen den Raum annehmen und nicht „auskühlen“.
  • Absperrgitter nicht vergessen, sonst landet Brut im Honigraum – gerade beim Aufsetzen.
  • Trau dich! Ein zu spät aufgesetzter Honigraum kostet Ertrag. Lieber ein paar Tage zu früh als zu spät.

Fazit: Jetzt aufsetzen und später ernten!

Der Frühling ist da, und dein Volk ist bereit. Das Aufsetzen des ersten Honigraums zur Kirschblüte ist ein entscheidender Schritt – vor allem im angepassten Brutraum. Du schaffst Platz, lenkst die Energie der Bienen in die richtige Richtung und legst den Grundstein für eine erfolgreiche Saison.

Also: Beute auf, Honigraum drauf – und los geht’s!
Mit etwas Glück schleuderst du schon im Juni deinen ersten Frühlingshonig.

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